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Originell oder dämlich - die kuriosesten Kampfnamen im Boxen und MMA

MMA-Kämpfer steht Mann im Hummer-Kostüm gegenüber

Nur ein verschwindend kleiner Teil der Zuschauer interessiert sich wirklich für den Kampf als Solches. Die Mehrzahl des Publikums hat vom Boxen bzw. MMA keine Ahnung, will aber unterhalten werden. Dazu gehört eine gute Show und auch Akteure, die durch ihr Image „greifbar“ sind und polarisieren. Ein guter Kampfname (Nickname, Alias) unterstreicht nicht nur das Image des Kämpfers, sondern sorgt auch dafür das der Name beim Publikum in Erinnerung bleibt.

Schon im 19. Jahrhundert wurde erkannt, dass eine gute Publicity entscheidend für hohe Gagen ist. John L. Sullivan machte sich mit dem Spitznamen „The Boston Strong Boy“ seine Herkunft zunutze, während Joe Louis im frühen 20. Jahrhundert als „The Brown Bomber“ auftrat – ein Name, der auf seine Hautfarbe anspielte. Jahre später verlieh sich Muhammad Ali selbst den Titel „The Greatest“ und untermauerte damit seinen legendären Status. Diese Kampfnamen trugen maßgeblich zur Popularität der jeweiligen Boxer bei und etablierten die Tradition markanter Spitznamen im Sport. Kaum ein ernstzunehmender Boxer trat noch ohne eigenen Kampfnamen auf – sei es einer, den er selbst wählte oder den ihm die Presse verpasste. So ist es kein Wunder, dass mittlerweile jeder Boxfan weiß, wer hinter „Iron“ (Mike Tyson), „Big George“ (George Foreman) oder „Pacman“ (Manny Pacquiao) steckt.

Nicht nur im Boxen, auch im MMA, welches Anfang der 90er einen kometenhaften Aufstieg erlebte, wurden Spitznamen wie „The Huntington Beach Bad Boy“, „Rampage“, „The Iceman“ und „Tank“ zu eigenen Markenzeichen. Aber man kann es mit der Jagd nach originellen Namen auch übertreiben wie z.B. die südafrikanische Grindcore-Band namens „Xavlegbmaofffassssitimiwoamndutroabcwapwaeiippohfffx“! Solche Absurditäten gibt es unter Kampfsportlern nicht, aber auch hier findet man Namen, über die man nur den Kopf schütteln kann. Aber lest selbst…

15 Beispiele fragwürdigen Geschmacks

Monstah Lobstah
Allen Berube (MMA)
Wer hat Angst vor dem bösen Meeresbewohner mit den großen Scheren? Ich nicht. Aber vielleicht trifft Allen Berube irgendwann einmal auf einen Gegner, der von einem Hummer-Biss traumatisiert ist, sich mit selbigem maßlos überfressen hat oder eine Hummer-Allergie hat. Dann hat sich die Namenswahl doch gelohnt.

Sugar Ray Clay Jones Jr.
Anthony Small (Boxen)
Sugar Ray Robinson, Sugar Ray Leonard, Cassius Clay und Roy Jones Jr. zählen pound-for-pound zu den besten Boxern überhaupt. Da ist es natürlich ein Beispiel von Bescheidenheit, gleich alle Vier zu einem Kampfnamen zu verwursten. Andererseits...

Baby Gorilla
Charles O'Brien (MMA)
Können Babys gefährlich sein? Oh ja, so z. B. junge Kobras, Pfeilgiftfrösche, Zitteraale und Stachelrochen. Aber mit einem Baby-Gorilla verbinde ich eher ein Plüschtier. Einschüchterungsfaktor gleich null.

The Housewives' Choice
Chris Fields (MMA)
Chris Fields war vor seiner Karriere als professioneller Fighter wahrscheinlich Vertreter für Staubsauger oder Putzmittel. Anders kann man sich diese selten dämliche Namenswahl nicht erklären.

The Flying Cockroach
Cuki Alvarez (MMA)
Aha, die fliegende Kakerlake (bei uns Küchenschabe). Ganz so ernst scheint Cuki Alvarez seine Karriere ohnehin nicht genommen haben. Vier Kämpfe in fünf Jahren, das ist bestenfalls Breitensport.

The Ding-A-Ling Man
Darnell Wilson (Boxen)
„Klingelingeling, Klingelingeling, hier kommt der Eiermann…“ So in etwa klingt das für mich. Aber Darnell Wilson war kein schlechter Boxer, immerhin boxte er 2008 (erfolglos) gegen den Deutschen Firat Arslan um den WBA-Cruiserweight-Titel.

Scary Nickname
Jeff Nader (MMA)
Der Name ist Programm? Hier leider nicht.

I'm Gonna
Jordan Winski (MMA)
“I´m gonna” also “ich werde“ – ja, was wirst du denn? K.O. gehen, aufgeben, nach Punkten verlieren, dir vor dem Kampf in die Hose machen…?

Broccoli
Luis Gerardo Avila (Boxen)
Ich versteh´s nicht. Vielleicht ein Insider unter Veganern. Sollte es eine Anspielung auf Popeye sein – bei ihm war es Spinat, nicht Brokkoli.

M-One Fucc'em All
Mark Glover (MMA)
Als Aufkleber auf einer Atombombe bestimmt ein Brüller, aber ansonsten…

The Creepy Weasel
Steve Montgomery (MMA)
Was ist an einem Wiesel gruselig? Solange es nicht die Kabel meines Autos zerbeißt, steht es für mich auf derselben Stufe wie ein Eichhörnchen. Nur am Rande: Bei der Bundeswehr gibt es ein kleines Kettenfahrzeug namens Wiesel (genauso wie einen Leopard, Fuchs, Marder, Puma usw.).

The Ninja of Love
Nick Denis (MMA)
Japanischer Porno…

Big Sexy
Sean McCorkle (MMA)
Amerikanischer Porno…

The Ginger With the Intent to Injure
Rick Pfeifer (MMA)
Ginger heißt übersetzt Ingwer, was überhaupt keinen Sinn macht. Hier ist jedoch die kupferrote Haarfarbe von Rick Pfeifer gemeint. Trotzdem klingt „der Rothaarige mit der Absicht zu verletzen“ dämlich, auch wenn es sich (im Englischen) so schön reimt.

Stardust Warrior of Aquarius Eclipse
Matti Hirvonen (MMA)
Wie der finnische Hobbyfighter Matti Hirvonen (gerade mal zwei Kämpfe) auf diesen Namen gekommen ist, wissen nur die Götter. Ich tippe auf einen Namensgenerator für Science-Fiction-Helden.

Es geht auch anders…

Hier eine kleine Liste von Kampfnamen, die ich witzig und originell finde und bei denen sich kein Ansager die Zunge bricht:

  • Efren "The Mexicutioner" Escareno
  • Francois "Franaconda" Groenewald
  • Jazzy Gabert - "Alpha Female"
  • Kenny "The Tooth Fairy" Foster
  • Roberto Duran - “Hands of Stone
  • Ryan “Darth” Bader
  • Senad "Gachine Gun" Gashi
  • Terrance "Wrecks" McKinney

25. März 2025

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